Schleichend, ganz schleichend hat sich etwas verändert. Vor gar nicht allzu langer Zeit konnten wir noch Produkte kaufen, welche fast »unkaputtbar« waren. Diese funktionierten mitunter fast »ein Leben lang«, mindestens aber etliche Jahre weit über das Gewährleistungsrecht bzw. die Garantiezeit hinaus einwandfrei.
Und heutzutage? Immer öfter versagen Produkte kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist oder Garantiezeit ihren Dienst. Reparaturen sind häufig kostenintensiver als Neuanschaffungen.
Was ist passiert? Sind die Produkte von der Qualität her zwangsläufig schlechter als früher? Nicht unbedingt.
Das »Kind« hat einen Namen: geplante Obsoleszenz, d. h. das Abnutzungsdatum ist bereits geplant, programmiert, wann der Defekt ungefähr eintreten soll.
Verbraucher sollen dazu veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, statt den Defekten -oft teurer- reparieren zu lassen.
Aus Angst vor einer gewissen »Marktsättigung« gingen bereits ungefähr im Jahr 1920 die ersten mit »Ablaufdatum« versehenen Produkte über den Tresen.
Das so genannte Phoebuskartell legte die Brenndauer von Glühbirnen mit etwa 1000 Stunden fest. Diese könnten jedoch ohne Funktionseinschränkungen wesentlich länger halten.
Heutzutage erlebt man so etwas ähnliches im Bereich von Druckern, wo nach einer festgelegten Anzahl von gedruckten Seiten plötzlich ein »Error« auftaucht. Obwohl vorher noch alles einwandfrei funktionierte. Reparaturen sind künstlich teurer gehalten, als eine Neuanschaffung. Findige Köpfe, die wissen, wie man den Zähler zurücksetzen kann, sparen sich die Kosten. Dies Bedarf jedoch einiger Fachkenntnis und Geduld zur Recherche in den entsprechenden Foren. Es kann auch vorkommen, dass man so etwas ähnliches wie einen »Widerstand/Kondensator/Transformator/Chip« ablöten bzw. auswechseln muss, damit das Gerät wieder funktioniert.
Was bleibt »Otto-Normal-Verbraucher« der solche Kenntnisse nicht hat? Der ist dazu verdonnert das Produkt neu zu kaufen.
Volkswirtschaftlich mag es ja ein wenig Sinn machen (gesicherter Umsatz und aktive Wirtschaft), aber in Bezug zu »Mutter Natur« sprich Umweltschutz, ist dies im wahrsten Sinn tödlich. Dies schon jetzt für die Betroffenen vor Ort, wo der ganze Dreck abgeladen wird. Dieser wird uns über kurz oder lang auf die Füße fallen.
Die oftmals »umweltfreundliche Entsorgung bzw. Verwertung« ist schon häufig als Betrug entlarvt worden. Da tauchen tonnenweise ganze Teile von Elektroschrott vorzugsweise in “dritten Weltländern” auf. Aus Deutschland und Europa. Teile die gar nicht mehr existieren dürften, weil diese als entsorgt oder verwertet gelten.
Und das geht über ganze Produktreihen; vom PC, PC-Zubehör, Waschmaschinen, Kühlschränken, Handys etc.
UPDATE 12 .05.2012:
Auf der Website »Murks? Nein danke!«
können Defekte von Produkten, welche während der Gewährleistungspflicht/Garantiezeit oder kurz nach deren Ablauf auftreten, nach Hersteller gelistet gemeldet werden.
Die Produktpalette in dieser Liste reicht von der elektronischen Zahnbürste über die Waschmaschine bis zum Auto.
Sinn und Zweck dieser Liste ist es, entsprechend häufig auftretende »zufällige« Defekte von Produkten aufzuzeigen und öffentlich zu machen. Angaben machen ersichtlich, wann das Produkt erworben wurde und wann der Schaden aufgetreten ist. Die Liste ist nach Produkten und Herstellern sortiert.
Jeder kann dort sein Produkt melden. Es ist nur zu beachten, dass der Fehler nicht mutwillig oder fahrlässig (z. B.: Notebook ins Wasser etc.) entstanden ist. Defekte an Verschleißteilen zählen nach einer gewissen Nutzungszeit auch nicht (z. B.mit Mountainbike durch Wald und nach einem halben Jahr ist der Schlauch hin).
Mit diesem Projekt des gemeinnützigen Blogs soll der Druck auf die Politik und Hersteller erhöht werden, wieder länger funktionierende und somit umweltfreundlichere Produkte herzustellen.
Der Blog hat auch dieses kurze aber aussagekräftige Video zu dem Thema gemacht:
Es ist m. E. nicht nur eine Täuschung der Kunden, sondern eine Respektlosigkeit gegenüber der Umwelt.
Wir brauchen die Erde. Die Erde uns aber nicht.







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